Krankensalbung

Krankensalbung bei Herz Jesu Wiedikon

Gott ist an Ihrer Seite – besonders dann, wenn das Leben schwer wird

Es gibt Zeiten im Leben, in denen wir spüren, dass nicht alles in unserer Hand liegt. Eine schwere Krankheit, ein Unfall oder eine belastende Diagnose können vieles verändern. Plötzlich bestimmen Arzttermine den Alltag, Kräfte lassen nach und Zukunftspläne werden unsicher. Auch das Älterwerden bringt oft Veränderungen mit sich. Was früher selbstverständlich war, fällt schwerer, und die eigene Verletzlichkeit wird deutlicher spürbar.

Nicht nur der Körper leidet in solchen Zeiten. Krankheit wirft oft auch Fragen auf, die tiefer reichen. Warum trifft es gerade mich? Wie wird es weitergehen? Werde ich wieder gesund? Wer begleitet mich auf diesem Weg? Manchmal kommen Sorgen, Ängste oder Einsamkeit hinzu. Auch Angehörige erleben diese Zeit oft als belastend. Sie möchten helfen und müssen doch erfahren, dass sie nicht alles tragen oder lösen können.

Gerade in solchen Momenten möchte die Kirche Menschen begleiten. Sie möchte Hoffnung schenken, ohne vorschnelle Antworten zu geben. Sie möchte da sein, zuhören, mittragen und daran erinnern, dass Gott den Menschen gerade in schweren Zeiten besonders nahe ist.

Die Krankensalbung ist Ausdruck dieser Hoffnung. Sie ist ein Sakrament der Stärkung und der Ermutigung. Sie erinnert daran, dass Krankheit niemals die Würde eines Menschen nimmt und dass Gottes Liebe auch dort gegenwärtig bleibt, wo vieles zerbrechlich geworden ist.

Als Pfarrei Herz Jesu Wiedikon möchten wir kranke Menschen und ihre Angehörigen auf diesem Weg begleiten. Niemand soll sich mit seiner Krankheit allein gelassen fühlen. Wir nehmen uns Zeit für Gespräche, besuchen Menschen zu Hause oder im Spital und feiern auf Wunsch die Krankensalbung – in der Kirche, im Pflegeheim oder dort, wo Sie sich befinden.

Was bedeutet die Krankensalbung?

Die Krankensalbung gehört zu den sieben Sakramenten der katholischen Kirche. Sie wird Menschen gespendet, die durch Krankheit, Alter oder eine bevorstehende Operation besonders belastet sind. Dabei geht es nicht in erster Linie um körperliche Heilung – auch wenn wir selbstverständlich um Gesundheit beten. Die Krankensalbung möchte den ganzen Menschen stärken: Körper, Seele und Geist.

Im Mittelpunkt steht die Zusage, dass Gott den Menschen in seiner schwierigen Situation nicht verlässt. Er schenkt Kraft, Trost und Vertrauen. Manche Menschen erleben nach der Krankensalbung eine neue innere Ruhe. Andere gewinnen Mut für die bevorstehende Behandlung oder erfahren, dass sie ihre Ängste besser tragen können. Wie Gott wirkt, lässt sich nicht planen. Aber die Erfahrung vieler Gläubiger zeigt, dass dieses Sakrament Hoffnung schenken kann – gerade dann, wenn vieles unsicher geworden ist.

Die Krankensalbung ist deshalb kein Zeichen dafür, dass das Ende des Lebens unmittelbar bevorsteht. Im Gegenteil: Sie ist ein Sakrament für das Leben. Sie möchte Menschen stärken, solange sie ihren Weg gehen.

Die Krankensalbung ist nicht die «letzte Ölung»

Viele Menschen kennen noch den früheren Begriff der «letzten Ölung». Deshalb zögern manche, eine Krankensalbung zu empfangen. Sie haben Angst, dass dieses Sakrament nur noch kurz vor dem Tod gespendet wird.

Dieses Verständnis entspricht jedoch nicht dem, was die Kirche heute unter der Krankensalbung versteht.

Bereits das Neue Testament berichtet davon, dass Kranke mit Öl gesalbt und im Gebet Gott anvertraut wurden. Das Zweite Vatikanische Konzil hat diese ursprüngliche Bedeutung wieder stärker hervorgehoben. Die Krankensalbung soll nicht erst in den letzten Stunden des Lebens gefeiert werden. Sie ist vielmehr für Menschen gedacht, die ernsthaft erkrankt sind, deren Kräfte nachlassen oder die vor einer grösseren Operation stehen.

Gerade weil sie stärken möchte, ist es sinnvoll, dieses Sakrament nicht bis zuletzt aufzuschieben.

Jesus begegnet kranken Menschen mit Mitgefühl

Wenn wir die Evangelien lesen, fällt auf, wie oft Jesus kranken Menschen begegnet. Er hört ihnen zu, berührt sie, nimmt ihre Sorgen ernst und schenkt ihnen neue Hoffnung. Heilungen sind in der Bibel niemals nur medizinische Wunder. Sie zeigen vor allem, dass Gott den Menschen in seiner Not sieht und ihm seine Würde zurückgibt.

Nicht jede Krankheit verschwindet. Auch Jesus hat nicht alle Krankheiten der Welt beseitigt. Aber er hat deutlich gemacht: Kein Mensch ist mit seinem Leid allein. Gott wendet sich den Schwachen, Kranken und Ausgegrenzten zu und begleitet sie mit seiner Liebe.

Die Krankensalbung setzt diese Haltung Jesu bis heute fort. Sie macht sichtbar, dass Gott den Menschen gerade in seiner Verletzlichkeit nahe ist.

Die Zeichen der Krankensalbung

Wie jedes Sakrament lebt auch die Krankensalbung von einfachen, aber tiefen Zeichen.

Im Mittelpunkt stehen die Handauflegung und die Salbung mit dem Krankenöl. Der Priester legt schweigend die Hände auf den Kopf der kranken Person. Dieses Zeichen drückt aus: Gott ist da. Er schenkt seinen Segen und seine Kraft.

Anschliessend salbt der Priester die Stirn und die Hände mit dem geweihten Öl. Dabei spricht er:

«Durch diese heilige Salbung helfe dir der Herr in seinem reichen Erbarmen. Er stehe dir bei mit der Kraft des Heiligen Geistes. Der Herr, der dich von Sünden befreit, rette dich, in seiner Gnade richte er dich auf.»

Das Öl erinnert daran, dass Gott den Menschen stärkt und heilt. Schon in biblischer Zeit wurde Öl verwendet, um Wunden zu pflegen und Menschen zu kräftigen. Im Sakrament wird es zum Zeichen der heilenden und stärkenden Nähe Gottes.

Wann kann die Krankensalbung empfangen werden?

Viele Menschen fragen sich, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist.

Die Kirche empfiehlt die Krankensalbung immer dann, wenn eine schwere körperliche oder seelische Erkrankung vorliegt, wenn eine grössere Operation bevorsteht oder wenn die Kräfte im Alter deutlich nachlassen.

Auch Menschen mit chronischen Erkrankungen können die Krankensalbung empfangen. Sie darf zudem wiederholt werden, wenn sich der Gesundheitszustand wesentlich verändert oder eine neue schwere Erkrankung hinzukommt.

Es ist also keineswegs notwendig, bis zur letzten Lebensphase zu warten. Im Gegenteil: Die Krankensalbung möchte Menschen gerade dann stärken, wenn sie ihre Kraft besonders brauchen.

Die Krankensalbung zu Hause, im Spital oder im Pflegeheim

Nicht alle Menschen können in die Kirche kommen. Deshalb kommt die Kirche zu den Menschen.

Gerne besuchen wir Sie zu Hause, im Spital oder in einem Alters- und Pflegeheim. Dort feiern wir die Krankensalbung in einer ruhigen Atmosphäre. Auf Wunsch können Angehörige und Freundinnen oder Freunde daran teilnehmen. Oft entsteht daraus ein sehr persönlicher und tröstlicher Moment, der allen Beteiligten gut tut.

Wenn es gewünscht wird, kann der Besuch auch mit der Feier der Eucharistie oder mit der Hauskommunion verbunden werden. So wird erfahrbar, dass die Gemeinschaft der Kirche auch in Zeiten der Krankheit trägt.

Wenn das Leben zu Ende geht

Manchmal zeichnet sich ab, dass ein Mensch sich dem Ende seines Lebens nähert. Auch dann begleitet die Kirche diesen Weg mit grosser Sorgfalt.

Neben der Krankensalbung können die Beichte und die heilige Kommunion – als Wegzehrung für den letzten Lebensabschnitt – gespendet werden. Gemeinsam mit den Angehörigen beten wir und vertrauen den sterbenden Menschen Gottes Liebe an.

Für viele Familien ist diese Begleitung eine grosse Hilfe. Sie erfahren, dass sie den letzten Weg eines geliebten Menschen nicht allein gehen müssen.

Häufige Fragen

Kann die Krankensalbung mehrmals empfangen werden?

Ja. Wenn sich eine Krankheit verschlimmert oder eine neue schwere Erkrankung hinzukommt, kann die Krankensalbung erneut gespendet werden.

Muss ich katholisch sein?

Die Krankensalbung ist ein Sakrament der katholischen Kirche. Wenn Sie einer anderen christlichen Konfession angehören oder Fragen dazu haben, sprechen Sie uns gerne an. Gemeinsam suchen wir nach einem guten Weg.

Muss ich im Sterben liegen?

Nein. Diese Vorstellung hält sich bis heute, entspricht aber nicht dem Verständnis der Kirche. Die Krankensalbung ist ein Sakrament der Stärkung für kranke und betagte Menschen – nicht nur für die letzte Lebensphase.

Krankensalbung in Herz Jesu Wiedikon

Wenn Sie selbst oder ein Angehöriger die Krankensalbung empfangen möchten, nehmen Sie bitte Kontakt mit dem Pfarreisekretariat oder einem Mitglied unseres Seelsorgeteams auf. Gerne vereinbaren wir einen Besuch und nehmen uns Zeit für ein persönliches Gespräch.

Darüber hinaus feiern wir in unserer Pfarrei regelmässig gemeinsame Krankensalbungs-Gottesdienste, zu denen alle Menschen eingeladen sind, die sich Stärkung und Gottes Nähe wünschen. Die aktuellen Termine finden Sie im Pfarreiprogramm und auf unserer Website.

Wir sind für Sie da

Krankheit verändert vieles. Sie kann Fragen aufwerfen, Ängste wecken und Kräfte rauben. Gleichzeitig kann sie den Blick dafür öffnen, was im Leben wirklich wichtig ist: Menschen, die an unserer Seite stehen, Hoffnung, die trägt, und das Vertrauen, dass wir auch in schwierigen Zeiten nicht allein sind.

Die Krankensalbung erinnert daran, dass Gottes Liebe nicht von unserer Gesundheit oder unserer Stärke abhängt. Sie gilt jedem Menschen – gerade dann, wenn das Leben zerbrechlich geworden ist. Sie schenkt Trost, richtet auf und macht Mut, den nächsten Schritt zu gehen.

Wenn Sie sich eine Krankensalbung wünschen, Fragen dazu haben oder einfach mit jemandem sprechen möchten, sind wir gerne für Sie da. Das Seelsorgeteam der Pfarrei Herz Jesu Wiedikon begleitet Sie und Ihre Angehörigen mit Offenheit, Zeit und Herz.

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